Eiswein

Die Bezeichnung Eiswein ist ein Prädikat, welches einen Wein von hoher Qualität bezeichnet, der bestimmte Anforderungen erfüllen muss. Dabei handelt es sich um eine edelsüße Weinspezialität. Die Besonderheit des Eisweines liegt darin, dass das verwendete Gefrierkonzentrat, welches bereits auf natürlichem Wege vergoren ist, aus Trauben produziert wird, die bei einer Temperatur von weniger als – 7 Grad Celsius geerntet werden. Im Anschluss werden die gefrorenen Trauben gepresst. Dabei wird das Wasser in den Trauben durch die geringe Temperatur herauskristallisiert, so das nur der Fruchtzucker erhalten bleibt. Dies macht dann die hohe Süße des Eisweines aus. Ebenfalls durch den Fruchtzucker gebunden, bleiben nicht kristallisiertes Wasser und Fruchtsäuren enthalten, so das Eisweine sich vor allem durch die bereits erwähnte hohe Süße und die kräftige Säure auszeichnen. Als eigentliche Urhebergemeinde des ersten Eisweines kann die Gemeinde Bingen-Dromersheim bezeichnet werden. Hier wurden erstmals im Jahre 1830 gefrorene Trauben aus dem Jahrgang 1829 gelesen und zu Wein verarbeitet. Anlässlich dieser Tatsache gibt es in Bingen-Dromersheim auch ein Denkmal für den Eiswein. Dabei war die Tatsache, einen Eiswein zu kreieren an sich nicht geplant, denn das Jahr 1829 war ein Erntejahr von schlechten Ergebnissen. Aus diesem Grund hatten die Winzer die Trauben ursprünglich gar nicht geerntet. Die Trauben wurden sich selbst überlassen und sollten später an das Vieh verfüttert werden. Erst dabei viel dann auf, das die Trauben zwar nur sehr wenig aber dafür extrem süßen Saft besaßen, der über ein relativ hohes Mostgewicht verfügte. Somit wurden die gefrorenen Trauben doch noch gepresst und der erste Eiswein entstand. Die Herstellung des Eisweines in heutigen Zeiten ist dem damals zufälligen Versuch gar nicht so unähnlich, denn auch heute noch belässt man die Trauben bis zu ihrer vollkommenen Durchfrostung am Stock. Einzige Voraussetzung dabei ist natürlich, dass es sich um vollkommen gesunde Trauben handeln muss. Oftmals bleiben die Trauben somit bis zum Januar oder Februar am Rebstock, bevor man sie dann in ihrem gefrorenen Zustand erntet und sofort - ebenfalls in gefrorenem Zustand - verarbeitet. Das wohl wichtigste Qualitätsmerkmal ist dabei der Gehalt an Zucker. Ebenfalls ein Merkmal ist der hohe Gehalt an Fruchtsäure. Dabei bekommt der Wein seine besondere Note, allerdings ist natürlich die Ausbeute in mengenbezogener Hinsicht sehr gering. Aus diesem Grund sind Eisweine relativ teuer und sehr hochwertig. Die Lese des Eisweines wird analog immer dann durchgeführt, wenn die Temperaturen ihren niedrigsten Stand erreicht haben. Dies ist regelmäßig in den frühen Morgenstunden der Fall. Da die Lese dabei vorwiegend in Handarbeit und unter widrigen Umständen erfolgen muss, ist der hohe Preis durchaus gerechtfertigt und wird von Weinkennern anstandslos gezahlt. Ein früher Frost bereits im November ist dabei das beste Wetter, das einem Winzer passieren kann. Auch dann können die Trauben bereits gelesen werden und das Risiko wird minimiert. Zudem entstehen so meistens sehr frische und elegante Weine, da die Trauben noch nicht durch unbeständige Witterungen und äußere Einflüsse gelitten haben. Eine hohe Qualität kann dabei fast immer erreicht werden.

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